Schulworkshop
“Ehre? Gewalt? Selbstbestimmung!”

Im Bereich Gewalt im Namen der ”Ehre” leisten wir nicht nur Einzelfallberatung, sondern sind auch präventiv tätig: In unseren Workshops für Schulklassen regen wir junge Menschen zur Reflexion über Geschlechterrollen und eine selbstbestimmte Lebensgestaltung an und informieren sie über ihre Rechte. Potenziell Betroffene sollen so ermutigt werden, die Tabuisierung zu überwinden, ihre Lage anzusprechen und Hilfe zu suchen.

Schulworkshop Ehrgewalt

Inhalt und Lernziele

In den Workshop thematisieren wir den Begriff der Ehre, sensibilisieren für seine Implikationen und vermitteln Kenntnisse über Ursachen, Formen und Folgen von Gewalt im Namen der „Ehre“. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und Gleichberechtigung werden die Schüler*innen zur Reflexion der persönlichen (Herkunfts-)Kultur und Tradition angeregt. Interaktive Methoden eröffnen einen Raum zum Nachdenken und zum kritischen Austausch über Gewalt im Namen der „Ehre“ und Zwangsverheiratung. Die Schüler*innen entwickeln in der Reflexion und im Austausch miteinander ein Bewusstsein für die eigene Zukunftsplanung.

Lernziele:

Das Ziel des Workshops ist es, die Selbstbestimmung und Handlungskompetenz der Teilnehmenden zu fördern.

Aufbau:

Der Workshop besteht aus drei Modulen, die einzeln gebucht werden können.

Modul I: Einführung Ehre, Kultur und Gewalt
  • Auseinandersetzung mit dem Begriff der Ehre, Sensibilisierung für seine Implikationen
  • Reflexion und kritischer Austausch über Gewalt im Namen der „Ehre“, Vermittlung von Kenntnissen über Ursachen, Formen und Folgen von Ehrgewalt.
Modul II: Geschlechterrollen, Berufsbilder und Zukunftsplanung
  • Sensibilisierung für Geschlechterrollen und Gleichberechtigung, Geschlechterklischees in der Berufswahl
  • kritische Beschäftigung mit dem Thema Zwangsverheiratung
  • Entwicklung von Bewusstsein für die eigene Zukunftsplanung
Modul III: Lebensentwürfe und Hilfen bei Ehrgewalt
  • Auseinandersetzung mit der individuellen (Herkunfts-)Kultur und Tradition
  • Weiterentwicklung von Selbstbestimmung und Handlungskompetenz

Organisatorisches

Zielgruppe:

Für BzB, BFS-, BÜA-Klassen und Gruppen mit ausbildungsabbruchgefährdeten Jugendlichen

Teilnehmerzahl:

10-25 Schüler*innen (variabel je nach Klassengrößen)

Veranstaltungsort:

Vor Ort in der Schule oder auf Anfrage u.U. als digitales Angebot

Zeitumfang:

Jeweils ab 3 Schulstunden, auch als Projekttag (nach Vereinbarung). Die Module können auch einzeln gebucht werden!

Haben Sie Interesse an unserem Workshop für Schulklassen? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail – wir freuen uns!

*** Derzeit ist die Durchführung der Workshops davon abhängig, wie sich die Pandemie entwickelt. Fragen Sie uns gerne an! Gemeinsam beurteilen wir, was unter den aktuell gegebenen Umständen möglich ist. ***

Ihre Ansprechpartnerin:
Gina Aguila
E-Mail: gina.aguila@fim-beratungszentrum.de
Tel. +49 (0)69 9709797-16

Bericht aus der Praxis

Ein Schulworkshop zum Thema „Ehre“ und Gewalt

„ЧесТ“, „Onoare“, „Şeref / Namus“. An den Wänden des Klassenzimmers hängt das Wort „Ehre“ in verschiedenen Sprachen – den ersten Sprachen der Schülerinnen. Acht Mädchen nehmen an dem Workshop in einer Frankfurter Berufs- und Fachoberschule teil. Angeleitet von zwei FIM-Beraterinnen beschäftigen sie sich mit dem Verhältnis von Ehre und Autonomie in ihrem eigenen Leben. Besonders das Thema Jungfräulichkeit und außerehelicher Sex sorgt für lebhafte Diskussion – Meinungen und Erfahrungen gehen weit auseinander.

Manchmal berichten Teilnehmerinnen auch von Fällen von Zwangsverheiratung in ihrem Umfeld oder deuten an, selbst betroffen zu sein. So eröffnen die Workshops neue, niedrigschwellige Zugänge zu qualifizierter Einzelfallhilfe. Auch Tage später bewegt das Thema die Schülerinnen nachhaltig: Lehrkräfte berichten, dass sich die Teilnehmerinnen oft weiterhin intensiv mit anderen über Ehre und Gewalt austauschen.

„Der Workshop hat mir sehr gefallen, weil wir über wichtige Sachen reden können, und wir können auch andere Kulturen kennenlernen. Es war super! Danke.”

Zitat einer Teilnehmerin